Viagra – Impotenz

Posted by admin on Mai 27th, 2008

Das verschreibungspflichtige Medikament Viagra hat sich seit seiner Markteinführung hauptsächlich einen Namen als Mittel gegen Impotenz gemacht. Der Wirkstoff Silfenadil wurde erstmals 1998 von dem US-amerikanischen Pharmazieunternehmen Pfizer unter dem Namen Viagra in erster Linie zur Behandlung erektiler Dysfunktion hergestellt.

Sildenafil war der erste Arzneistoff der Wirkstoffklasse der PDE-5-Hemmer. Umgangssprachlich wird der Name Viagra gelegentlich auch als Sammelbegriff für andere Medikamente dieser Wirkstoffgruppe gegen Impotenz verwendet.

In Deutschland, Österreich und in der Schweiz ist Viagra in allen verfügbaren Darreichungsformen verschreibungspflichtig.

Nach Studien bewirkt Viagra bei 69 % der männlichen Patienten eine Erektion, die für die Dauer des Geschlechtsverkehrs aufrechterhalten wird. Viagra hat im Gegensatz zu den bis dahin eingesetzten Mitteln gegen Impotenz, die sich die Patienten z. B. mit der Nadel in den Penis spritzen mussten, den Vorteil, dass es nur dann wirkt, wenn der Patient auch sexuell erregt ist.

Ausmaß und Dauer einer Erektion hängen vom Blutzufluss und Blutabfluss in den Schwellkörpern des Penis ab. Die Blutzufuhr wird durch ringförmige Muskeln in der Arterienwand des Corpus cavernosum gesteuert. Im nicht erigierten Zustand sind diese angespannt und verschließen die Gefäße. Wird der Mann jedoch sexuell erregt, führt dies in den betreffenden Muskelzellen zur Bildung von zyklischem Guanosinmonophosphat (cGMP). Die Muskeln entspannen sich und der Gefäßquerschnitt wird vergrößert, was dazu führt, dass arterielles Blut in die Schwellkörper fließt und eine Erektion auslöst. Molekularer Gegenspieler des cGMP ist PDE-5, welches das cGMP spaltet. Sildenafil wirkt dadurch, dass es PDE-5 blockiert und dafür sorgt, dass auch geringe Mengen von cGMP zu einer Erektion führen.

Die gleichzeitige Einnahme von Sildenafil mit nitrathaltigen Medikamenten oder NO-Donatoren (dazu zählt auch das Szene-Medikament Poppers) ist kontraindiziert. Durch die kombinierte Wirkung auf den Blutdruck droht ein akuter lebensbedrohlicher Blutdruckabfall – es sollte sofort ein Notarzt alarmiert werden, der über die genommene Medikation in Kenntnis gesetzt werden muss.

Trevilor – Depressionen

Posted by admin on Mai 13th, 2008

Das rezeptpflichtige Medikament Trevilor gegen Depressionen beinhaltet den Wirkstoff Venlafaxin und ist ein Phenylethylamin-Derivat und ein selektiver Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI).

Trevilor wird nach Einnahme in der Leber großenteils in die wirksamen Metaboliten O-Desmethyl-Venlafaxin und N-Desmethyl-Venlafaxin umgewandelt. Diese tragen zur Wirkung des Arzneistoffs bei und werden vor allem renal ausgeschieden.

Zu Beginn der Einnahme treten als Nebenwirkungen oft Magen-Darm-Beschwerden auf; es kommt häufig zu vermehrter Unruhe und diffusen Angstzuständen. Psychotische Reaktionen sind beschrieben, eventuell als Folge der dopaminergen Wirkung. Vermehrte (Nacht-)Schweißbildung, Blutdruckerhöhung und Herzbeschwerden sind ebenfalls möglich. Laut Packungsbeilage ist Übelkeit eine sehr häufige Nebenwirkung. Mehr als 10% der Patienten sind davon betroffen. Unter anderem Erbrechen, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Schwindel, Schlaflosigkeit, Nervosität, Zähneknirschen, Zittern und Sehstörungen sind häufige Nebenwirkungen (1 %–10 % der Patienten). Weiterhin kann es zu Benommenheit und Müdigkeit kommen. Trevilor gegen Depressionen löst sehr häufig sexuelle Funktionsstörungen aus und kann die Libido vermindern. Bei Absetzen können möglicherweise schwere Absetzerscheinungen auftreten, wie beispielsweise stromschlagartige Missempfindungen.

Venlafaxin soll bei unter 25jährigen Anwendern die Suizidaliatät im Vergleich zum Scheinmedikament um den Faktor 5 steigern. Das geht aus einer Analyse der US-Aufsichtsbehörde FDA hervor, die alle Daten aus klinischen Studien mit Venlafaxin berücksichtigte – sowohl aus veröffentlichten und unveröffentlichten (vom Hersteller zurückgehaltenen) Untersuchungen.

Wegen des besonderen Suizidrisikos und der im Vergleich zu anderen Antidepressiva höheren Toxizität sollte Trevilor nach Ansicht einiger Experten nicht mehr zur Erstbehandlung der Depression verwendet werden. In Großbritannien wurde die Leitlinie zur Depressionsbehandlung überarbeitet, um den besonderen Risiken von Venlafaxin Rechnung zu tragen.

Eine Metaanalyse verschiedener Antidepressiva, unter anderem auch Venlafaxin, kommt ohnehin zu dem Ergebnis, dass 80% der Wirkung auf dem Placebo-Effekt beruhen.

Tamiflu – Grippe

Posted by admin on April 30th, 2008

Oseltamivir wird von der Firma Roche unter dem Markennamen Tamiflu® angeboten und unterliegt der ärztlichen Verschreibungspflicht. Das im Arzneimittel Tamiflu gegen Grippe wirksame Oseltamivir ist ein Medikament aus der Gruppe der Neuraminidase-Hemmer, das für die Therapie der Virusgrippe bei Kindern ab einem Jahr und Erwachsenen mit influenzatypischen Symptomen sowie zur Vorbeugung nach möglichem Kontakt mit Infizierten bei Jugendlichen ab 13 Jahren und Erwachsenen zugelassen ist. Oseltamivir ist neben Zanamivir und Amantadin gegenwärtig ein wirksames Mittel gegen die echte, durch Influenza-A- oder Influenza-B-Viren ausgelöste humane Virusgrippe. Die Wirksamkeit von Tamiflu gegen die Vogelgrippe konnte bisher nur in Bezug auf eine Linderung der Symptome belegt werden, da es die Vermehrung der Viren im Körper zwar behindert, die Viren aber nicht eliminiert.

Im September 1999 wurde Oseltamivir erstmals in der Schweiz zugelassen. Im Dezember 2000 erhielt Tamiflu mit Oseltamivir als Wirkstoff gegen die Grippe die amtliche Arzneimittelzulassung in den USA und in Japan, im Juni 2002 in der Europäischen Union.

Die Anwendung für Oseltamivir wurde in der Folgezeit erweitert und der Wirkstoff darf nunmehr auch in Europa Kindern von ein bis zwölf Jahren zur Prävention verabreicht werden. In den USA darf das Arzneimittel bereits seit Dezember 2005 bei Kindern dieses Alters präventiv eingesetzt werden. Bisher war Tamiflu zur Prophylaxe gegen Grippe erst bei Kindern ab 13 Jahren zugelassen, während es zur Behandlung der Grippe sowohl für Erwachsene als auch für Kinder ab einem Jahr eingesetzt werden konnte. Der ergänzende Zulassungsantrag stützte sich auf die Ergebnisse, die in einer klinischen Studie bei einer Untergruppe von Kindern erzielt worden waren, welche die Behandlung der Grippe mit Oseltamivir in Haushalten untersuchte.

Reductil – Gewichtsreduktion

Posted by admin on April 16th, 2008

Das verschreibungspflichtige Medikament Reductil wird zum Zweck der Gewichtsreduktion eingesetzt und beinhaltet den Wirkstoff Sibutramin.

Sibutramin ist ein indirektes Sympathomimetikum, ein Arzneistoff, der zur Wirkstoffgruppe der Anorektika gehört.

In Europa ist Sibutramin als Mittel zur Gewichtreduktion unter der Marke Reductil®, in den USA als Meridia® und in China unter dem Markennamen LiDa® im Handel.

In Europa ist es aufgrund starker unerwünschter Nebenwirkungen im Sinne des Arzneimittelgesetzes als bedenklich eingestuft und nur in stark begrenzten Dosierungen als Arzneimittel zugelassen. In Italien wurde es im Jahr 2002 nach zwei bekannt gewordenen Todesfällen vom Markt genommen.

Das oral verabreichte Sibutramin ist ein indirektes Sympathomimetikum. Es hemmt die Wiederaufnahme der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin in die Nervenzelle, wodurch deren Konzentration im synaptischen Spalt ansteigt, was wiederum die Erregung von Adrenozeptoren verstärkt und somit eine Zügelung des Appetits bewirkt.

Die Nebenwirkungen von Sibutramin sind erheblich und auch der Grund, warum die Anwendung des Wirkstoffs stark eingeschränkt ist. Sie umfassen zahlreiche Beschwerden von Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Taubheitsgefühlen, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen.

Nach Studien führt die Einnahme von Sibutramin vor allem für Herz-Kreislauf-Patienten zu einem deutlich erhöhten Herzinfarkt-Risiko, eine US-Studie listet 34 Todesfälle durch den Arzneistoff auf.

Die Einnahme von Sibutramin ist kontraindiziert bei Schilddrüsenüberfunktion, Angina Pectoris, Schlafstörungen, Bluthochdruck, Epilepsie, Herzrhythmusstörungen und Störungen der Leber- und Nierenfunktion oder bei paralleler Einnahme von Antidepressiva und Neuroleptika.

Angesichts der zu erwartenden gesundheitlichen Schäden durch die Einnahme von Reductil, ist durch jeden seriösen Arzt anzuraten, alternative Methoden zur Gewichtsreduktion zu empfehlen. Da ein stark erhöhtes Körpergewicht unweigerlich einen erhöhten Blutdruck zur Folge hat, muss Reductil zwangsläufig bei nahezu allen Patienten zu entsprechenden Beschwerden führen.

Propecia – Haarausfall

Posted by admin on April 2nd, 2008

Seit 1999 ist Finasterid oder Propecia® in Deutschland als Medikament gegen den androgenetischen Haarausfall bei Männern zugelassen. Die Finasterid-Tablette wird einmal pro Tag oral eingenommen. Propecia® gegen Haarausfall muss für eine Periode von 3-6 Monaten angewendet werden, um erfolgversprechend zu sein. Die Behandlung mit Finasterid muss kontinuierlich weitergeführt werden.
Selten ist bei Finasterid mit Nebenwirkungen wie reduzierte Libido
(Lustempfinden) und Potenzstörungen zu rechnen. Finasterid ist ein 5α-Reduktasehemmer und greift in den hormonellen Stoffwechsel ein. Nach dem aktuellen Kenntnisstand der Forschung reagieren bestimmte Haarfilikel auf DHT mit der Reduzierung der Anagenphase (Wachstumsphase). Diese Empfindlichkeit der Haarfollikel ist erblich. Finasterid hemmt den Abbau des Testosterons in DHT. Die Haarfollikel können dann mit einer Verlängerung der Anagenphase reagieren. Ist das Haarfollikel jedoch kaum noch aktiv, kann meistens nichts mehr erreicht werden. Propecia muss solange genommen werden, wie der Mann seine Haare behalten möchte. Dadurch verschiebt Propecia den Beginn des androgenetischen Haarausfalls des Mannes in spätere Jahre. Wird die Behandlung unterbrochen, erhöht sich der DHT-Spiegel im Blut, und auch die nachgewachsenen Haarfollikel können wieder ausfallen.
Propecia® ist nicht zur Anwendung bei Frauen geeignet, da zum einen bei einer Handhabung des Medikamentes durch schwangere oder im gebärfähigen Alter sich befindenden Frauen eine Fötenschädigung nicht ausgeschlossen werden kann, zum anderen eine positive Wirkung für den hormonellem Haarausfall bei Frauen nicht nachgewiesen werden konnte. Auch sollte von einer Verwendung von Finasterid bei Männern vor dem Erwachsenenalter Abstand genommen werden, da DHT bei der Ausbildung der männlichen Geschlechtsmerkmale eine Rolle spielt. Propecia® ist dabei nicht als Wundermittel anzusehen. Bei einer vollausgeprägten Glatze oder in den sogenannten “Geheimratsecken” sind Erfolge nur schwer zu erzielen. Finasterid ist bei leichtem und mittelschwerem Haarausfall eine Therapieoption, mit der Chance, zumindest den Haarausfall zu stoppen.


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