Tamiflu – Grippe

Posted by admin on April 30th, 2008

Oseltamivir wird von der Firma Roche unter dem Markennamen Tamiflu® angeboten und unterliegt der ärztlichen Verschreibungspflicht. Das im Arzneimittel Tamiflu gegen Grippe wirksame Oseltamivir ist ein Medikament aus der Gruppe der Neuraminidase-Hemmer, das für die Therapie der Virusgrippe bei Kindern ab einem Jahr und Erwachsenen mit influenzatypischen Symptomen sowie zur Vorbeugung nach möglichem Kontakt mit Infizierten bei Jugendlichen ab 13 Jahren und Erwachsenen zugelassen ist. Oseltamivir ist neben Zanamivir und Amantadin gegenwärtig ein wirksames Mittel gegen die echte, durch Influenza-A- oder Influenza-B-Viren ausgelöste humane Virusgrippe. Die Wirksamkeit von Tamiflu gegen die Vogelgrippe konnte bisher nur in Bezug auf eine Linderung der Symptome belegt werden, da es die Vermehrung der Viren im Körper zwar behindert, die Viren aber nicht eliminiert.

Im September 1999 wurde Oseltamivir erstmals in der Schweiz zugelassen. Im Dezember 2000 erhielt Tamiflu mit Oseltamivir als Wirkstoff gegen die Grippe die amtliche Arzneimittelzulassung in den USA und in Japan, im Juni 2002 in der Europäischen Union.

Die Anwendung für Oseltamivir wurde in der Folgezeit erweitert und der Wirkstoff darf nunmehr auch in Europa Kindern von ein bis zwölf Jahren zur Prävention verabreicht werden. In den USA darf das Arzneimittel bereits seit Dezember 2005 bei Kindern dieses Alters präventiv eingesetzt werden. Bisher war Tamiflu zur Prophylaxe gegen Grippe erst bei Kindern ab 13 Jahren zugelassen, während es zur Behandlung der Grippe sowohl für Erwachsene als auch für Kinder ab einem Jahr eingesetzt werden konnte. Der ergänzende Zulassungsantrag stützte sich auf die Ergebnisse, die in einer klinischen Studie bei einer Untergruppe von Kindern erzielt worden waren, welche die Behandlung der Grippe mit Oseltamivir in Haushalten untersuchte.

Reductil – Gewichtsreduktion

Posted by admin on April 16th, 2008

Das verschreibungspflichtige Medikament Reductil wird zum Zweck der Gewichtsreduktion eingesetzt und beinhaltet den Wirkstoff Sibutramin.

Sibutramin ist ein indirektes Sympathomimetikum, ein Arzneistoff, der zur Wirkstoffgruppe der Anorektika gehört.

In Europa ist Sibutramin als Mittel zur Gewichtreduktion unter der Marke Reductil®, in den USA als Meridia® und in China unter dem Markennamen LiDa® im Handel.

In Europa ist es aufgrund starker unerwünschter Nebenwirkungen im Sinne des Arzneimittelgesetzes als bedenklich eingestuft und nur in stark begrenzten Dosierungen als Arzneimittel zugelassen. In Italien wurde es im Jahr 2002 nach zwei bekannt gewordenen Todesfällen vom Markt genommen.

Das oral verabreichte Sibutramin ist ein indirektes Sympathomimetikum. Es hemmt die Wiederaufnahme der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin in die Nervenzelle, wodurch deren Konzentration im synaptischen Spalt ansteigt, was wiederum die Erregung von Adrenozeptoren verstärkt und somit eine Zügelung des Appetits bewirkt.

Die Nebenwirkungen von Sibutramin sind erheblich und auch der Grund, warum die Anwendung des Wirkstoffs stark eingeschränkt ist. Sie umfassen zahlreiche Beschwerden von Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Taubheitsgefühlen, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen.

Nach Studien führt die Einnahme von Sibutramin vor allem für Herz-Kreislauf-Patienten zu einem deutlich erhöhten Herzinfarkt-Risiko, eine US-Studie listet 34 Todesfälle durch den Arzneistoff auf.

Die Einnahme von Sibutramin ist kontraindiziert bei Schilddrüsenüberfunktion, Angina Pectoris, Schlafstörungen, Bluthochdruck, Epilepsie, Herzrhythmusstörungen und Störungen der Leber- und Nierenfunktion oder bei paralleler Einnahme von Antidepressiva und Neuroleptika.

Angesichts der zu erwartenden gesundheitlichen Schäden durch die Einnahme von Reductil, ist durch jeden seriösen Arzt anzuraten, alternative Methoden zur Gewichtsreduktion zu empfehlen. Da ein stark erhöhtes Körpergewicht unweigerlich einen erhöhten Blutdruck zur Folge hat, muss Reductil zwangsläufig bei nahezu allen Patienten zu entsprechenden Beschwerden führen.

Propecia – Haarausfall

Posted by admin on April 2nd, 2008

Seit 1999 ist Finasterid oder Propecia® in Deutschland als Medikament gegen den androgenetischen Haarausfall bei Männern zugelassen. Die Finasterid-Tablette wird einmal pro Tag oral eingenommen. Propecia® gegen Haarausfall muss für eine Periode von 3-6 Monaten angewendet werden, um erfolgversprechend zu sein. Die Behandlung mit Finasterid muss kontinuierlich weitergeführt werden.
Selten ist bei Finasterid mit Nebenwirkungen wie reduzierte Libido
(Lustempfinden) und Potenzstörungen zu rechnen. Finasterid ist ein 5α-Reduktasehemmer und greift in den hormonellen Stoffwechsel ein. Nach dem aktuellen Kenntnisstand der Forschung reagieren bestimmte Haarfilikel auf DHT mit der Reduzierung der Anagenphase (Wachstumsphase). Diese Empfindlichkeit der Haarfollikel ist erblich. Finasterid hemmt den Abbau des Testosterons in DHT. Die Haarfollikel können dann mit einer Verlängerung der Anagenphase reagieren. Ist das Haarfollikel jedoch kaum noch aktiv, kann meistens nichts mehr erreicht werden. Propecia muss solange genommen werden, wie der Mann seine Haare behalten möchte. Dadurch verschiebt Propecia den Beginn des androgenetischen Haarausfalls des Mannes in spätere Jahre. Wird die Behandlung unterbrochen, erhöht sich der DHT-Spiegel im Blut, und auch die nachgewachsenen Haarfollikel können wieder ausfallen.
Propecia® ist nicht zur Anwendung bei Frauen geeignet, da zum einen bei einer Handhabung des Medikamentes durch schwangere oder im gebärfähigen Alter sich befindenden Frauen eine Fötenschädigung nicht ausgeschlossen werden kann, zum anderen eine positive Wirkung für den hormonellem Haarausfall bei Frauen nicht nachgewiesen werden konnte. Auch sollte von einer Verwendung von Finasterid bei Männern vor dem Erwachsenenalter Abstand genommen werden, da DHT bei der Ausbildung der männlichen Geschlechtsmerkmale eine Rolle spielt. Propecia® ist dabei nicht als Wundermittel anzusehen. Bei einer vollausgeprägten Glatze oder in den sogenannten “Geheimratsecken” sind Erfolge nur schwer zu erzielen. Finasterid ist bei leichtem und mittelschwerem Haarausfall eine Therapieoption, mit der Chance, zumindest den Haarausfall zu stoppen.

NuvaRing – Verhütung

Posted by admin on April 2nd, 2008

Der Vaginalring NuvaRing ist ein Mittel zur Verhütung, welches mit Hormonen einen Eisprung verhindert. Der Ring besteht aus medizinischem Kunststoff, der in die Vagina eingeführt und nach drei Wochen wieder entfernt wird. Darauf folgen sieben Tage ohne Ring, in denen eine Blutung einsetzt. Der gegenwärtig einzige

Vaginalring in Deutschland ist der NuvaRing zur Verhütung, der Etonogestel und Ethinylestradiol enthält.

Die vom Ring kontinuierlich abgegebenen Hormone gehören wie bei der Antibabypille zu den Östrogenen und Gestagenen. Sie werden lokal von der Schleimhaut der Vagina aufgenommen, so dass die Hormone niedriger dosiert werden können. Da keine orale Einnahme notwendig ist, entfallen viele Anwendungsfehler. Die Wirksamkeit bleibt auch bei Durchfall oder Erbrechen erhalten, solange diese nicht auf eine Störung der Darmflora zurückzuführen sind. Bei der gleichzeitigen Einnahme von Antibiotika kann die Wirksamkeit der freigesetzten Hormone verringert sein, ein Empfängnisschutz ist möglicherweise nicht mehr gegeben.

Der NuvaRing ist mit einem Pearl-Index von 0,4 bis 0,64 fast so sicher wie die Pille. Er ist in Deutschland rezeptpflichtig.

Der Verhütungsring wird wie ein Tampon in die Scheide eingeführt und nach 21 Tagen wieder entfernt. Das plötzliche Ausbleiben der Hormone durch die Entnahme führt in den folgenden sieben Tagen zu einer menstruationsähnlichen Hormonentzugsblutung, auch Abbruchblutung genannt. Er wird am immer gleichen Wochentag eingeführt und nach 21 tagen entfernt. Daraufhin folgt eine siebentägige Pause bis zur nächsten Anwendung. Die Verhütung einer Schwangerschaft ist während der gesamten vier Wochen gewährleistet. Falls der Ring beim Geschlechtsverkehr stört, kann er ohne Wirkungsverminderung für maximal drei Stunden entfernt werden, muss aber, nachdem er wieder eingesetzt wurde, 24 Stunden ohne Unterbrechung in der Scheide verbleiben. Bei täglicher Entnahme von NuvaRing ist allerdings keine hinreichende Verhütung gewährleistet.

Nexium – Reflexkrankheit

Posted by admin on April 2nd, 2008

Esomeprazol ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer, der in der Medizin unter anderem zur Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sowie bei der Refluxkrankheit eingesetzt wird. Esomeprazol ist in Deutschland unter dem Namen Nexium® von der Firma Astra auf den Markt gebracht worden. Esomeprazol hemmt die Magensäure. Es wird bei Entzündungen und Geschwüren im Magen-Darm-Trakt angewendet, die durch Magensäure verursacht oder verstärkt werden.
Die Magensäure wird in Zellen der Magenwand produziert. Von dort wird sie über eine Transportmechanismus, die Protonenpumpe, in den Magen ausgeschüttet.
Esomeprazol ist ein Protonenpumpen-Hemmer. Er blockiert die Protonenpumpe und unterdrückt damit die Abgabe von Magensäure aus der Magenschleimhaut in den Magen. Die angegriffene Schleimhaut wird nicht mehr von der aggressiven Magensäure geschädigt und kann gut abheilen. Nexium wird oft in Kombination mit Antibiotika verabreicht, da eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori häufig die Ursache der Beschwerden ist.

Esomeprazol verändert den ph-Wert im Darm. Arzneistoffe deren Aufnahme in den Körper vom ph-Wert abhängig sind, können in ihrer Wirksamkeit beeinträchtigt sein.

Esomeprazol wird über ein bestimmtes Enzymsystem (Cytochrom P450) in der Leber abgebaut. Theoretisch können andere Arzneimittel, die ebenfalls über dieses Enzymsystem abgebaut werden, mit Esomeprazol Wechselwirkungen eingehen. Dazu gehören Wirkstoffe aus den verschiedensten Arzneigruppen, wie beispielsweise Herz-Kreislaufmedikamente, Blutgerinnungshemmer und Anti-Epileptika. Gezielte Untersuchungen mit solchen Substanzen konnten jedoch keine bedeutenden Wechselwirkungen nachweisen. Sie können aber auch nicht ausgeschlossen werden.

Nexium sollte nicht bei schweren Leber- oder Nierenerkrankungen eingenommen werden. Auch während der Schwangerschaft sollte das Mittel nicht angewendet werden ausgenommen, der Arzt hält dies für erforderlich. Während der Stillzeit darf Nexium gegen die Refluxkrankheit nicht angewendet werden.


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