Das verschreibungspflichtige Medikament Reductil wird zum Zweck der Gewichtsreduktion eingesetzt und beinhaltet den Wirkstoff Sibutramin.

Sibutramin ist ein indirektes Sympathomimetikum, ein Arzneistoff, der zur Wirkstoffgruppe der Anorektika gehört.

In Europa ist Sibutramin als Mittel zur Gewichtreduktion unter der Marke Reductil®, in den USA als Meridia® und in China unter dem Markennamen LiDa® im Handel.

In Europa ist es aufgrund starker unerwünschter Nebenwirkungen im Sinne des Arzneimittelgesetzes als bedenklich eingestuft und nur in stark begrenzten Dosierungen als Arzneimittel zugelassen. In Italien wurde es im Jahr 2002 nach zwei bekannt gewordenen Todesfällen vom Markt genommen.

Das oral verabreichte Sibutramin ist ein indirektes Sympathomimetikum. Es hemmt die Wiederaufnahme der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin in die Nervenzelle, wodurch deren Konzentration im synaptischen Spalt ansteigt, was wiederum die Erregung von Adrenozeptoren verstärkt und somit eine Zügelung des Appetits bewirkt.

Die Nebenwirkungen von Sibutramin sind erheblich und auch der Grund, warum die Anwendung des Wirkstoffs stark eingeschränkt ist. Sie umfassen zahlreiche Beschwerden von Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Taubheitsgefühlen, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen.

Nach Studien führt die Einnahme von Sibutramin vor allem für Herz-Kreislauf-Patienten zu einem deutlich erhöhten Herzinfarkt-Risiko, eine US-Studie listet 34 Todesfälle durch den Arzneistoff auf.

Die Einnahme von Sibutramin ist kontraindiziert bei Schilddrüsenüberfunktion, Angina Pectoris, Schlafstörungen, Bluthochdruck, Epilepsie, Herzrhythmusstörungen und Störungen der Leber- und Nierenfunktion oder bei paralleler Einnahme von Antidepressiva und Neuroleptika.

Angesichts der zu erwartenden gesundheitlichen Schäden durch die Einnahme von Reductil, ist durch jeden seriösen Arzt anzuraten, alternative Methoden zur Gewichtsreduktion zu empfehlen. Da ein stark erhöhtes Körpergewicht unweigerlich einen erhöhten Blutdruck zur Folge hat, muss Reductil zwangsläufig bei nahezu allen Patienten zu entsprechenden Beschwerden führen.