Trevilor – Depressionen
Posted by admin on Mai 13th, 2008Das rezeptpflichtige Medikament Trevilor gegen Depressionen beinhaltet den Wirkstoff Venlafaxin und ist ein Phenylethylamin-Derivat und ein selektiver Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI).
Trevilor wird nach Einnahme in der Leber großenteils in die wirksamen Metaboliten O-Desmethyl-Venlafaxin und N-Desmethyl-Venlafaxin umgewandelt. Diese tragen zur Wirkung des Arzneistoffs bei und werden vor allem renal ausgeschieden.
Zu Beginn der Einnahme treten als Nebenwirkungen oft Magen-Darm-Beschwerden auf; es kommt häufig zu vermehrter Unruhe und diffusen Angstzuständen. Psychotische Reaktionen sind beschrieben, eventuell als Folge der dopaminergen Wirkung. Vermehrte (Nacht-)Schweißbildung, Blutdruckerhöhung und Herzbeschwerden sind ebenfalls möglich. Laut Packungsbeilage ist Übelkeit eine sehr häufige Nebenwirkung. Mehr als 10% der Patienten sind davon betroffen. Unter anderem Erbrechen, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Schwindel, Schlaflosigkeit, Nervosität, Zähneknirschen, Zittern und Sehstörungen sind häufige Nebenwirkungen (1 %–10 % der Patienten). Weiterhin kann es zu Benommenheit und Müdigkeit kommen. Trevilor gegen Depressionen löst sehr häufig sexuelle Funktionsstörungen aus und kann die Libido vermindern. Bei Absetzen können möglicherweise schwere Absetzerscheinungen auftreten, wie beispielsweise stromschlagartige Missempfindungen.
Venlafaxin soll bei unter 25jährigen Anwendern die Suizidaliatät im Vergleich zum Scheinmedikament um den Faktor 5 steigern. Das geht aus einer Analyse der US-Aufsichtsbehörde FDA hervor, die alle Daten aus klinischen Studien mit Venlafaxin berücksichtigte – sowohl aus veröffentlichten und unveröffentlichten (vom Hersteller zurückgehaltenen) Untersuchungen.
Wegen des besonderen Suizidrisikos und der im Vergleich zu anderen Antidepressiva höheren Toxizität sollte Trevilor nach Ansicht einiger Experten nicht mehr zur Erstbehandlung der Depression verwendet werden. In Großbritannien wurde die Leitlinie zur Depressionsbehandlung überarbeitet, um den besonderen Risiken von Venlafaxin Rechnung zu tragen.
Eine Metaanalyse verschiedener Antidepressiva, unter anderem auch Venlafaxin, kommt ohnehin zu dem Ergebnis, dass 80% der Wirkung auf dem Placebo-Effekt beruhen.
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